Tierarztpraxis Maul + Herget Schokoladenvergiftung

Schokoladenvergiftung beim Hund

Nicht nur für viele Menschen ist es manchmal schwer der schokoladigen Versuchung zu widerstehen. Auch so mancher Hund vergreift sich daran, wenn er die Möglichkeit hat.
Für unsere Vierbeiner kann der Konsum besonders gefährliche Konsequenzen mit sich führen.
Schokolade enthält nämlich, neben weiteren ungesunden Inhaltsstoffen, auch Theobromin und Koffein, welche für sie schon in relativ geringen Mengen giftig sind. Bereits nach zwei bis vier Stunden können sich Vergiftungssymptome bemerkbar machen.
Hierzu zählen z.B. Erbrechen, Durchfall, schnelle Atmung, Unruhe, Hyperaktivität, Zittern, Krämpfe, Herzrasen, Bewusstseinsstörungen, starker Durst und vermehrter Urinabsatz.
Natürlich hat nicht jeder Hund, der einige dieser Symptome vorweist, auch wirklich eine Schokoladenvergiftung, aber wenn zusätzlich auch noch der Weihnachtsteller geplündert scheint, sollten die Alarmglocken läuten.
Im schlimmsten Fall kann Schokolade schon nach 12-24 Stunden zum Tod eines Hundes führen. Wie schlimm die Folgen der Nascherei werden, wird von der Dosis des aufgenommenen Theobromins und Koffeins bestimmt.
Als Faustregel gilt: Je dunkler die Schokolade bzw. je höher der enthaltene Kakaoanteil, desto giftiger !
Demnach stellt weiße Schokolade das geringste und dunkle „Bitterschokolade“ das größte Risiko dar. Noch gefährlicher wird es für Ihren Hund, wenn er sich über Kakaopulver, Kochschokolade oder sogar Rohkakao hermacht. Bei all diesen Produkten gilt: Die Menge macht´s.
Als Beispiele seien hier die Milchschokolade mit einem Kakaogehalt von 30% und die 90%ige Schokolade genannt.
Für einen Hund mit einem Körpergewicht von 10kg wären ungefähr vier 100g-Tafeln der Milchschokolade tödlich. Diese würden ihn mit ca. 1000mg Theobromin nämlich vergiften.
Erste Symptome können aber bereits nach dem Verzehr einer einzigen Tafel Milchschokolade auftreten.
Erwischt dieser 10kg schwere Hund aber nur 80g einer 90%igen Schokolade, also nur ein 4/5 einer Hundertgrammtafel, ist schon mit einem tödlichen Ausgang zu rechnen.
Im Internet sind diverse Rechner zu finden, die Ihnen helfen können, die Gefahr für Ihren Hund einzuschätzen – z.B. furryfit.de/schokoladenvergiftung-rechner/
od. vets-now.com/dog-chocolate-toxicity-calculator/
Bei diesen Rechnern wird mit Hilfe weniger Angaben das Risiko einer Vergiftung kalkuliert. Einige geben aufgrund des Ergebnisses Hinweise wie „ Das Risiko für Ihren Hund ist gering, beobachten Sie ihn vorerst einmal“ oder „ Das Risiko für Ihren Hund ist hoch, bitte wenden Sie sich schnellstmöglich an einen Tierarzt“. Spätestens wenn Sie einen Hinweis wie Letzteren erhalten, sollten Sie schnell reagieren. In vielen Fällen hilft es schon sehr, den Patienten mit Medikamenten in der Tierarztpraxis zum Erbrechen zu bringen. Das funktioniert in den ersten 1-2 Stunden nach der Schokoladenaufnahme am besten. Nach wenigen Stunden kann es dafür schon zu spät sein. Man nimmt sich also mit zu langem Warten eine effektive Behandlungsmaßnahme.
Häufig hat der Schokoladendieb aufgrund einer geringen gestohlenen Menge noch Glück und muss keine schlimmen Konsequenzen fürchten.
Sollten Sie sich dennoch Sorgen um Ihren Hund machen, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Wir stehen Ihnen selbstverständlich mit Rat und tat zur Verfügung.

Eine schöne Weihnachtszeit, besinnliche Feiertage und eine Schokoladen-Zwischenfall freie Zeit 😉 für Ihren Hund wünscht
Dr. Jana Böndel
und das Praxisteam Dr. Maul und Dr. Herget